"In der Gesellschaftsbiographie Jacques Offenbach und das Paris seiner Zeit, während der Emigration in Paris geschrieben und erstmals 1937 in Amsterdam publiziert, erzählt Kracauer nicht nur den bewegenden Aufstieg des Komponisten, der aus Köln stammte und mit seiner Musik zum Pariser wurde; er porträtiert auch die Gesellschaft der Julimonarchie unter Louis Philippe (1830-1848) und vor allem die des Zweiten Kaiserreichs unter Napoleon III, die damals den Durchbruch der Moderne erlebte."
In seinem Opus magnum Theorie des Films fasst Kracauer seine über vier Jahrzehnte geführte Auseinandersetzung mit dem Medium in Gestalt einer "materialen Ästhetik" zusammen.
Neben dem für diese Ausgabe durchgesehenen Text der Theorie des Films macht der Band erstmals den legendären "Marseiller Entwurf" zugänglich: den umfangreichen Aufriss einer Filmtheorie, den Kracauer in einer Situation der äussersten Bedrohung 1940/41 in Marseille notierte. Ergänzend werden Skizzen und Vorfassungen aus der Entstehungszeit der Theorie des Films veröffentlicht, die die umstrittene und oft missverstandene Realismusthese der Studie in ein neues Licht rücken.
In der Gesellschaftsbiographie Jacques Offenbach, die erstmals 1937 in Amsterdam erschien, hat Kracauer nicht nur den bewegenden Aufstieg des Komponisten erzählt; er berichtet gleichzeitig vom Durchbruch der Moderne unter Louis Philippe (1830-1848) und porträtiert vor allem die Gesellschaft des Zweiten Kaiserreichs (1852-1870), die Weltstadt Paris, die mit ihren Salons, Cafés, Theatern und Boulevards, ihren Zeitungen, technischen Erfindungen und dem Aufstieg des Finanzkapitals der grossen Operette erst zum Durchbruch verhilft, während diese durch Spott und Parodie dazu beiträgt, das Regime zu sprengen. Diese Neuausgabe, die auch weitere, die Darstellung ergänzende Dokumente enthält, wurde mit Annotationen und einem kommentierten Personenregister versehen.