Bern ist eine Maschine, die Schuld produziert und Beweise frisst.
Es schneit über Bern. Auf der Berner Münsterplattform sitzt ein Toter, aufrecht und tiefgefroren. Professor Jules Bär, inszeniert wie eine groteske Statue, mit offenen Augen und einem Lächeln im Gesicht. Am nächsten Tag findet man seinen Chauffeur in einer Hecke unterhalb der Plattform. Auch er ist gefroren und sieht aus, als schliefe er.
Ein Mensch, der tut, was man von ihm will, ist nützlich. Ein Mensch, der dabei glaubt, selbst über sein Handeln entschieden zu haben, ist eine wissenschaftliche Sensation. Bärs Forschung versprach, den menschlichen Willen formbar zu machen. Jetzt hinterlässt er Schulden, gekränkte Menschen und Erkenntnisse, für die Millionen bezahlt wurden.
Für Kommissar Lukas Lichtner beginnt ein Fall, in dem Wissenschaft, Glaube und wirtschaftliche Macht um die Herrschaft über den Menschen ringen. Er begegnet einer Gesellschaft, die Einfluss mit Anstand verwechselt und Schweigen für eine Form der Unschuld hält.
Eine Spur führt zu einem amerikanischen Rüstungskonzern, eine andere ins Münster. Dort versammeln sich nachts Menschen, die Bärs Forschung für einen Angriff auf Gottes Ordnung halten. Lichtner glaubt nicht an Gott. An seine eigene Urteilskraft schon. Er setzt Verdächtige unter Druck, stellt psychologische Fallen, verschliesst Auswege und wartet auf den Fehler. Doch er beginnt, Dinge zu sehen, die sonst niemand sieht.
Was geschieht, wenn die Suche nach Wahrheit selbst zur Schuld wird?