Dieses Buch legt die verdeckten Wege freier Expertise offen, wo ehemalige Feinde in Dienste der neuen Ordnung traten - ein pragmatischer Import von Wissen, der moralische Schatten warf und den Kalten Krieg prägte, während öffentliche Reinheit private Kompromisse kaschierte. Es entfaltet die Dialektik von Nutzen und Erbe in wissenschaftlicher Mobilität.
Mechanismen der Hinterzimmerdiplomatie zeichnen sich ab: Ab 1945 leitete die Joint Intelligence Objectives Agency Operation Paperclip, die über 1.600 deutsche Spezialisten - darunter Wernher von Braun und Peenemünder Raketenexperten - in die USA holte; Truman genehmigte 1946 die Erweiterung, obwohl ein Verbot gegen Nazis bestand, indem Akten "geweißt" wurden. Von Braun leitete das Raketenprogramm in Fort Bliss, Texas, und später Huntsville, wo V-2-Technik Redstone-Raketen und Apollo-Träger schuf; Arthur Rudolph leitete Saturn V, bis NS-Verbrechen 1984 zu seiner Ausweisung führten. Solche Rekrutierungen schufen Ketten technologischer Überlegenheit: Chemie-, Luftfahrt- und Pharmaindustrie profitierten von Patenten im Milliardenwert, während Sowjetoperationen wie Osoaviakhim konkurrierten und Denazifizierung umgingen.