Dieses Buch dringt in die verborgenen Protokolle des Politbüros vor, wo geleakte Akten die Mechanik sowjetischer Macht entblößen - ein Schleier hebt sich von internen Debatten, die globale Konfrontationen steuerten und Fassaden der Einheit kaschierten. Es entfaltet die Spannung zwischen offizieller Rhetorik und tatsächlicher Kalkulation.
Mechanismen der Hinterzimmerdiplomatie treten klar zutage: Nach 1991 öffneten Archive wie das Russische Staatsarchiv für Zeitgeschichte (RGANI) Dokumente aus Fonds F 3 (Politbüro-Beschlüsse) und F 5 (Internationale Abteilung), die Kubakrise-Entscheidungen 1962 zeigen - Chruschtschow autorisierte Raketen ohne volle Konsultation, um US-Invasionen abzuwehren, während Breznev 1968 den Prager Frühling durch WP-Truppenbeschluss niederschlug. Mauerbau-Protokolle 1961 offenbaren Ulbricht-Chruschtschow-Abstimmungen seit Juni, mit Technikvorbereitungen im Juli; die UdSSR-Editionen zu Deutschlandpolitik 1949-1953 dokumentieren Stalins Zweistaaten-Strategie und SED-Wahrnehmungen. Solche Lecks - durch Überläufer, FOIA-Äquivalente und Digitalisierungen wie Cold War Intelligence - durchbrachen Zensurketten, enthüllten Expertenrollen im ZK-Apparat und kollektive Inszenierungen, die Dissens tarnten.