Prescotts Geschichte der Eroberung Mexikos (1843) erzählt den Weg von der Landung Cortés' 1519 bis zur Kapitulation Tenochtitláns 1521. Auf Basis der cartas de relación, Bernal Díaz', Las Casas' und franziskanischer Chronistik (Sahagún) verbindet er militärische Episoden mit ethnographischen Exkursen zu Religion, Verwaltung und Ökonomie der Mexica. Der Stil: weit geschwungene, elegant-klassizistische Perioden, gestützt durch quellenkritische Anmerkungen; romantische Historiographie, die moralische Reflexion mit dramatischer Handlung verschränkt und im Kontext aufklärerischer Universalgeschichte steht. William Hickling Prescott (1796-1859), Bostoner Gelehrter, arbeitete trotz fast vollständiger Blindheit mit Sekretären und einem aufwendigen Zettelkasten. Seine Beherrschung des Spanischen und seine Korrespondenzen mit Archiven in Madrid und Mexiko ermöglichten ihm ungewöhnliche Quellennähe. Als liberaler Whig interessierte er sich für Fragen von Staatskunst, Religion und Handel-Interessen, die seine Darstellung indigener Institutionen wie auch sein Urteil über Eroberung und Mission prägten. Dieses Buch empfiehlt sich allen, die Kolonialgeschichte, Mesoamerika oder die Genealogie moderner Historiographie verstehen wollen. Trotz unverkennbarer Eurozentrismen bleibt es wegen seiner Quellenfülle, stilistischen Virtuosität und analytischen Sorgfalt ein Referenzwerk. Gelesen im Dialog mit indigenen Stimmen und aktueller Forschung, eröffnet es ein differenziertes Verständnis der Gewalt, Verhandlungen und kulturellen Übersetzungen der Eroberung.
Quickie Classics fasst zeitlose Werke präzise zusammen, bewahrt die Stimme des Autors und hält die Prosa klar, schnell und gut lesbar - destilliert, niemals verwässert. Extras der erweiterten Ausgabe: Einführung · Zusammenfassung · Historischer Kontext · Autorenbiografie · Kurze Analyse · 4 Reflexionsfragen · Redaktionelle Fußnoten.