"Und nun über dieses gährende Chaos einer Künstlerseele gar erst den Purpur des Königthums gebreitet! an den unbändigen Flug dieser Phantasie gar erst das Schicksal eines Reiches geknüpft!" - die Thronbesteigung Friedrich Wilhelms IV., des "Romantikers auf dem Thron", wie seine Zeitgenossen ihn später nennen sollten, erfüllte 1840 viele mit Hoffnung, einige mit Skepsis. Die "romantische" Seite, die unzähligen architektonischen Pläne und Entwürfe, der "anarchische" Regierungsstil, der seine Epoche prägte, dies waren indes nur Aspekte einer schillernden Gestalt, die Freund wie Feind stets zu verblüffen vermochte.
David E. Barclay zeigt uns in seinem jüngsten Werk den ganzen Friedrich Wilhelm: das "Gesamtkunstwerk", als das er sich selber auffasste, sein "monarchistisches Projekt", mit dem er nun revolutionären Umbrüchen seiner Zeit zu begegnen hoffte, seine Erfolge und sein Scheitern.
Es war der letzte König Preussens, sein Bruder Wilhelm I., der nach ihm den Thron der Hohenzollern bestieg, sollte der erste deutsche Kaiser werden. Die Geschicke des Landes nahmen eine Wendung ins Grosse, aber nicht unbedingt Glückliche.