Insgesamt ist die Ausbeute an Literatur zu Ferdinand Tietz und seinem Werk sowie seinem Schaffen in Veitshöchheim recht mager, auch wenn die Literatur seinen Werken schon früh Beachtung schenkte. So verfaßte bereits 1855 Georg Karch einen Führer durch den Veitshöchheimer Hofgarten, in dem er verhältnismäßig lange Ausführungen zu den Tietzschen Figuren machte, die jedoch von den subjektiven Ansichten des Autors stark geprägt sind und so in der kritischen Figurenbetrachtung oftmals einer nachvollziehbaren Argumentationsgrundlage entbehren.
Auf knapp sechzig Seiten schildert er in korrekter zeitlicher Abfolge die Entstehung des Gartens und des Schlosses und die im Laufe der Jahrhunderte vorgenommen Umbauten und Änderungen. Den zweiten Teil des Werkes bildet ein übersichtliches Verzeichnis der Gartenbauten und Figuren, das sich fast schon Katalog nennen darf und mit aufschlußreichen Photos versehen ist, die zum größten Teil wohl noch Originale zeigen. Insgesamt berücksichtigen Chronologie und Katalog die damals neuesten Forschungsberichte und -ergebnisse; das Buch wird so zu einem in der Seitenzahl zwar dünnen, im Inhalt aber sehr gehaltvollen Nachschlagewerk. Xaver Schaffer veröffentlichte 1958 eine Monographie zur Plastik des Ferdinand Tietz in berühmten Gärten und Residenzen.
Die bisher letzte große Monographie zu Ferdinand Tietz legte 1989 Bernd W. Lindemann mit seiner Kieler Dissertation vor. In einem etwa 400 Seiten starken Werk untersucht er Stil und Ikonographie der großen höfischen Aufträge des Bildhauers. Dabei besticht die Arbeit nicht nur durch die ausführliche photographische Dokumentation und breit angelegte Recherche, sondern vor allem durch die Verarbeitung neuester - und dabei auch eigener - Forschungsergebnisse zu sämtlichen (höfischen) Werken Tietz' zwischen Bamberg und Trier. Ein detaillierter, übersichtlich gestalteter und höchst informativer Katalog rundet Lindemanns Dissertation ab; so ist sie für weitere Untersuchungen und Arbeiten zu Ferdinand Tietz unverzichtbar.
Für die vorliegende Arbeit wurden noch weitere Monographien zum Veitshöchheimer Schloßgarten aus neuerer Zeit sowie übergreifende Veröffentlichungen zum Rokoko und der Gartenkunst des 18. Jahrhunderts hinzugezogen, die hier jedoch keine nähere Erläuterung finden sollen und dem beigefügten Literaturverzeichnis zu entnehmen sind.