Im Jahr 1997 fand in Ancona eine Ausstellung zu Ehren des italienischen Malers Alessandro Magnasco statt, für welche Museen und private Sammler aus aller Welt ihre Magnascostücke zur Verfügung stellten.1 Auch das Martin von Wagner Museum in Würzburg beteiligte sich mit der Leihgabe des Gemäldes "Fischpredigt des Heiligen Antonius", das Magnasco zugeschrieben wird.Es mag Zufall sein, daß etwa 350 Jahre vor dieser Ausstellung ein weiterer italienischer Maler am Ausstellungsort geboren wurde: Antonio Francesco Peruzzini. Bislang in der Literatur nicht sehr bekannt, verdient er im Hinblick auf die Würzburger Leihgabe besonderes Augenmerk, seitdem die alleinige Zuschreibung dieses Gemäldes zu Magnascos Werken angezweifelt wird. Man weiß, daß Magnasco und Peruzzini sich kannten und zusammenarbeiteten " und es ist nicht auszuschließen, daß sie sich auch in der "Fischpredigt des Heiligen Antonius" gemeinsam verewigt haben. In dieser Frage wird das letzte Wort sicherlich nicht in naher Zukunft gesprochen werden können " dennoch soll das Gemälde auch unter diesem Aspekt einmal näher analysiert werden.Zur Untersuchung des Gemäldes selbst wurden die Bildakte und die drei Gemäldekataloge des Martin von Wagner Museums herangezogen: Die Kataloge Knapp (1914), Ragaller (1969) und Hoffmann (1986).1 Ragaller schrieb im Wesentlichen von Knapp ab, ließ aber die Frage nach dem ebenfalls im Museum befindlichen Gegenstück zum vorliegenden Gemälde offen und erwähnte erstmals den Maler Magnasco als Urheber. Damit widersprach er Knapp, der als Maler Franz Beich nannte. Hoffmann orientierte sich an seinen Vorgängern, erwähnte dabei aber wieder wie Knapp das Gegenstück. Er ist allerdings insofern auch nicht auf dem neuesten Stand, als er Antonio Francesco Peruzzini noch außen vor läßt. Hier waren der Ausstellungskatalog von Ancona und das Buch Mutis/Prignanos zu Peruzzini nützlich, die beide von einem Gemeinschaftswerk der beiden Maler ausgehen. Sie lieferten außerdem neben dem Katalog zur Magnascoausstellung in den USA und der sehr empfehlenswerten Dissertation von Hans Dürst einen großen Beitrag zur Analyse des Gemäldes und zur Vorstellung der beiden Maler. Zur Analyse boten sich weiterhin die Internetseiten bautz.de und mess-s-antonio.it sowie die Werke zur christlichen Ikonographie an. Zur Ermittlung von Lebensdaten u.ä. fanden mehrere Lexika Verwendung.